Oliver Augst (Gesang) und Marcel Daemgen (Klavier) haben zum ersten Mal überhaupt einen geschlossenen Liederzyklus von Texten Hugo Balls vorgelegt. Ihre „Hugo Ball Lieder“ basieren auf Material, das weit über kanonisierte Gedichtsammlungen hinausgeht. Neben Balls dadaistischen Lautgedichten werden Tagebuchnotizen, essayistische Splitter und nicht-literarische Fragmente gleichberechtigt neben lyrisches Material wie „Totentanz“, „Der Literat“ oder „Schwarze Madonna“ gestellt und musikalisch erschlossen. So entsteht ein vielstimmiges, widersprüchliches Ball-Porträt, das seine existenzielle Zerrissenheit ebenso hörbar macht wie die Suche nach Sinn.
Balls radikale Zeitdiagnosen und moralische Zumutungen erscheinen auf diese Weise wieder beunruhigend nah: Sein Denken soll nicht historisiert, sondern ins Jetzt verlängert werden.
Das Album ist als Download erhältlich bei Bandcamp.

