Seminar mit Christa Baumberger in Paris

Emmy Hennings 1912

 

In Paris findet am Freitag, 17. März 2023 von 14.00 bis 16.30 Uhr ein Seminar mit Christa Baumberger unter dem Titel „(Un)sichtbare Spuren: Nachlässe, Editionen und Ausstellungen von Emmy Hennings und Hugo Ball“ statt.
Veranstaltungsort ist die Galerie Colbert, 2 rue Vivienne, 75002 Paris, Salle Ingres (2e étage). Veranstalter ist das Institut national d’histoire de l’art (INHA). Das Seminar findet auch online statt: https://univ-nantes-fr.zoom.us/j/84533401158
Die Sitzung wird von Agathe Mareuge moderiert und ist Teil des Seminars “Archives manquantes? Les archives et la construction de l’histoire littéraire et culturelle dans l’espace germanophone depuis 1945”.
Christa Baumberger leitet die Galerie Litar in Zürich. Von 2009 bis 2018 war Sammlungskuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schweizerischen Literaturarchiv der Nationalbibliothek, Bern, und dort zuständig für den Doppelnachlass von Emmy Hennings und Hugo Ball. Sie ist u. a. Mitherausgeberin zweier Bände der Emmy-Hennings-Werkausgabe und des Buches „Emmy Hennings Dada“.

Podiumsgespräch: Hugo Ball – Antisemitismus gestern und heute

Unter dem Eindruck antisemitischer sowie rassistischer Vorurteile und Vorfälle in der Gegenwart halten die Stadt Pirmasens, die Vorschlagskommission und die beiden Preisträgerinnen des Hugo-Ball-Preises 2023 eine erweiterte Auseinandersetzung mit Antisemitismus und anderen Formen der Diskriminierung für vordringlich und geboten.

Auftakt der Debatte ist eine öffentliche Veranstaltung am Montag, 23. Januar 2023, in der Pirmasenser Festhalle. Im Rahmen einer moderierten Podiumsdiskussion beschäftigen sich ab 19 Uhr ausgewiesene Fachleute verschiedener Disziplinen mit dem zeitgenössischen Antisemitismus im Werk von Hugo Ball und dessen Gegenwartsbezügen. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung findet sich online bei YouTube.

Teilnehmer der Gesprächsrunde sind Prof. Dr. Magnus Brechtken, Historiker, Politikwissenschaftler und Philosoph, ein ausgewiesener Experte zum Thema Antisemitismus der 1910er und 1920er Jahre und Vizedirektor des Instituts für Zeitgeschichte München, eine große, international renommierte Institution zur historischen Einordnung; Prof. Dr. Johannes Heil, Ignatz-Bubis-Stiftungsprofessor für Religion, Geschichte und Kultur des europäischen Judentums an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, die vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen wird, ein exzellenter Kenner nicht zuletzt auch des mittelalterlichen Judentums, war jahrelanger Rektor der staatlich anerkannten Hochschule; Prof. Dr. Helmuth Kiesel, ausgewiesener Literaturwissenschaftler am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg mit Schwerpunkt 19./20. Jahrhundert, dessen Werk, gerade was die Zeit Hugo-Balls angeht, längst zum wissenschaftlichen Kanon gehört; Dr. Susanne Urban, Leiterin Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen, sie war zuvor u. a. in den Arolsen Archives, Yad Vashem und für den SchUM-Städte e. V. tätig sowie Dr. Bernd Wacker, Vorsitzender der Hugo-Ball-Gesellschaft, katholischer Theologe und Hugo-Ball-Forscher. Er ist zudem im christlich-jüdischen Dialog engagiert und hat in diesem Kontext u. a. zu den antisemitischen Bildwerken im Kölner Dom veröffentlicht.

Online zugeschaltet ist Prof. Dr. Meron Mendel, Publizist, Historiker, Pädagoge und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank mit Sitz in Frankfurt am Main sowie Professor für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Die Moderation des Podiumsgesprächs hat Angela Gutzeit, freie Redakteurin und Moderatorin beim Deutschlandfunk und Kritikerin für andere Rundfunkanstalten und Medien, inne.

Auf Anregung von Hito Steyerl hat die Stadt Pirmasens gemeinsam mit den beiden Preisträgerinnen und der Vorschlagskommission entschieden, die Verleihung des Hugo-Ball-Preises im Jahr 2023 auszusetzen – zugunsten einer offenen Debatte über antisemitische Klischees in der Zeit Hugo Balls und unserer Gegenwart.

Eine weitere Veranstaltung zu Hugo Balls intellektuellem Umfeld ist im Laufe des Jahres im Cabaret Voltaire in Zürich geplant. Dessen Direktorin Salome Hohl setzt es sich zum Ziel, Ambivalenzen der für die Kultur der Moderne so prägenden Dada-Bewegung weiter auszuleuchten, auch hinsichtlich ihrer antisemitischen, kolonialistischen und rassistischen Spuren.