Mitgliederversammlung am 26.11.2021

Die Hugo-Ball-Gesellschaft hat auf ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag, 26. November 2021 in Pirmasens einen neuen Ersten Vorsitzenden gewählt.

Nachdem Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann aus Berlin, der seit 2004 die Gesellschaft geführt hat, aus Altersgründen nicht mehr kandidierte, wurde Dr. Bernd Wacker aus Nordwalde einstimmig zu seinem Nachfolger bestimmt. Der promovierte Theologe, Jahrgang 1951, war von 2009 bis 2018 Leiter der katholischen Karl-Rahner-Akademie in Köln und ist Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Schwangerschaftskonfliktberatungsorganisation donum vitae. In der Hugo-Ball-Gesellschaft war er viele Jahre im Beirat tätig und ist Herausgeber der Bände „Byzantinisches Christentum“ und „Flucht aus der Zeit“ (zusammen mit Eckhard Faul und Ernst Teubner) innerhalb der Kritischen Werkausgabe. Bereits 1994 hatte Bernd Wacker in der Katholischen Akademie Rabanus Maurus in Wiesbaden-Naurod die erste wissenschaftliche Tagung zu Hugo Ball organisiert.
Der übrige Vorstand der Hugo-Ball-Gesellschaft blieb unverändert mit dem Pirmasenser Beigeordneten Denis Clauer als 2. Vorsitzender, Stefan Schwarzmüller als Schatzmeister, Dr. Eckhard Faul als Geschäftsführer und Hans Burkhard Schlichting als Vorsitzender des Beirats.

 

Dr. Bernd Wacker. Foto: Eckhard Faul

Hugo-Ball-Gesellschaft erhält umfangreiches Konvolut aus dem Nachlass eines frühen Ball-Forschers

In diesen Tagen erhielt die Hugo-Ball-Gesellschaft aus den Händen von Jost Merscher aus Hannover ein umfangreiches Konvolut mit Materialien und Dokumenten zu Hugo Ball. Es stammt aus dem Nachlass seines aus dem saarländischen Neunkirchen stammenden Vaters Alfred Merscher (1922-1999), der ab 1947 in Mainz Germanistik und Geschichte studiert hatte und über Hugo Ball promovieren wollte. Sein Vorhaben begann er noch in den vierziger Jahren, brach es dann aber Anfang der 1950er Jahre ab. Es wäre die erste Dissertation zu Ball gewesen. Der Nachlass besteht vor allem aus Vorarbeiten dazu. Den schwierigen Recherchemöglichkeiten im Nachkriegsdeutschland begegnete der Doktorand Alfred Merscher mit der Kontaktaufnahme zu Balls Stieftochter Annemarie Schütt-Hennings (1906-1987), mit der er nicht nur Briefe wechselte, sondern die er auch in der Schweiz besuchte. Er wurde von ihr großzügig unterstützt, unter anderen überließ sie ihm einige Originaldokumente, etwa einen Brief von Emmy Hennings an Hugo Ball, Blätter mit Exzerpten Balls oder ein Buch von Tomáš Masaryk mit zahlreichen Randnotizen Balls. Darüber hinaus liegen im Nachlass Alfred Merschers etliche Originalausgaben der „Freien Zeitung“, bei der Ball als Redakteur arbeitete, ein zuvor nicht bekannter dreiseitiger, maschinenschriftlicher Artikel Hugo Balls über Carl Sternheims Roman „Europa“, der im diesjährigen „Hugo-Ball-Almanach“ erstmals veröffentlicht wurde, und Postkarten des Schweizer Philosophen Max Picard (1888-1965). Nach einem Besuch der Hugo-Ball-Sammlung im vergangenen Jahr hatte sich Jost Merscher Pirmasens als zukünftigen bestmöglichen Aufbewahrungsort des Konvoluts „sehr gut vorstellen“ können. Der nun der Hugo-Ball-Gesellschaft überlassene Nachlass wird innerhalb der Hugo-Ball-Sammlung der Wissenschaft und interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

(Foto: Faul)